Godello in Galicien
Godello erreicht seine größte Tiefe in Galicien, vor allem in den Anbaugebieten um den Fluss Sil und Miño. Die Rebe wurde in den 1970er Jahren fast aufgegeben, weil sie als wenig ertragreich galt, überlebte aber in steilen Schieferlagen, die für andere Sorten kaum zu bewirtschaften waren. Genau diese Grenzlagen geben dem Godello seine Struktur: niedrige Erträge, konzentrierte Aromen und eine mineralische Säure, die von der schieferhaltigen Bodenzusammensetzung stammt. Winzer, die auf FGS gelistet sind, arbeiten meist mit alten, terrassierten Parzellen, was Maschineneinsatz weitgehend ausschließt und die Handarbeit zur Notwendigkeit macht.
Wie sich spanischer Godello unterscheidet
Anders als viele mediterrane Weißweine aus Spanien, die auf Fülle und Frucht setzen, bleibt Godello schlank und von Natur aus säurebetont. Das unterscheidet ihn deutlich von Verdejo aus dem zentralspanischen Hochland oder Albariño, der an der Atlantikküste wächst und salziger, direkter wirkt. Godello braucht dagegen mehr Reifezeit im Glas, um sein volles Aromenspektrum zu entfalten, oft mit Noten von Steinobst und einer leicht bitteren Mandelnote im Abgang. In wärmeren Lagen wie Kastilien und León verliert die Sorte etwas an Präzision und gewinnt an Gewicht.
Stile spanischen Godellos
Innerhalb Spaniens zeigt Godello eine bemerkenswerte stilistische Bandbreite. Manche Winzer vergären den Wein im Edelstahltank für maximale Frische und Zitrusnoten, andere setzen auf Ausbau im gebrauchten Holzfass, was der Sorte mehr Textur und eine cremigere Textur verleiht, ohne die Säure zu verdecken. Auf FGS finden sich beide Ansätze, oft von kleinen Familienweingütern, die ihre Parzellen seit Generationen bewirtschaften. Wer die ganze Bandbreite spanischer Weißweine entdecken möchte, findet weitere Beispiele unter weißer Wein aus Spanien, während ein Blick auf alle Weine aus Spanien zeigt, wie Godello neben Sorten wie Garnacha und Tempranillo eine eigene, unverwechselbare Nische besetzt.